Demonstration an der Ausländerbehörde Eberswalde
Demonstration an der Ausländerbehörde Eberswalde 08.06.2021 12-16 Uhr

Aufruf von der Gruppe ‚Barnim für Alle‘

Wir in der Gruppe „Barnim für alle“ laden ein, am Dienstag, den 8 Juni ab 12:00 mit uns vor der Ausländerbehörde in Eberswalde zu demonstrieren. Wir kritisieren die Verstöße und die Ungerechtigkeiten, denen Asylsuchende im Landkreis Barnim und in ganz Brandenburg systematisch ausgesetzt sind.
Aufgrund des bewussten Drucks von Ausländerbehörden gab es in letzter Zeit mehrere Selbstmorde und Abschiebungen. Dieser Druck äußert sich unter anderem darin, dass Geflüchtete, teilweise Jahre lang, keine Lebensperspektiven sondern Abschiebung, keine Beschäftigungsmöglichkeiten und keine Aufenthaltsberechtigung bekommen.

Noch mal haben wir eine Person verloren, diese mal wegen Abschiebung nach 22 Jahren. Obi war ein Geflüchteter aus Nigeria, der vor 22 Jahren nach Deutschland kam, um Sicherheit und Schutz zu suchen. Nach 22 Jahren wurde Obi am 25.05.21 nach Nigeria abgeschoben, ohne Geld, ohne Wohnsitz, ohne Perspektive.

Wir als Gruppe ‚Barnim für Alle‘ erklären unsere völlige Ablehnung dieser Politik und wollen dafür kämpfen, dass sich die Gesetze verändern. Wir fordern das Recht auf Aufenthalt und Bewegung für jeden Menschen. Deshalb demonstrieren wir vor der Ausländerbehörde.
Alle sind eingeladen, daran teilzunehmen!

Wir sind alle Salah!
Wir sind alle Obi!



Kontakt:
http://refugeeswelcomebarnim.blogsport.de
refugees-welcome@so36.net
http://b-asyl-barnim.de
buergerinnenasyl-barnim@systemli.org

Kleine, große und Dauerspenden (z.B. 10 € pro Monat) für die politische Arbeit sind sehr willkommen.
Spendenkonto:
Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
Sparkasse Barnim
Am 8. Mai auf dem Weg der Würde
Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, beteiligten sich etwa 30 Erwachsene und 15 Kinder an einer Fahrradtour durch Biesenthal. Dabei besuchten die Teilnehmer*innen die sieben Gedenkstelen des Weges der Würde. Zudem legten sie auch am Denkmal der Opfer des Faschismus und am Haus in der Breiten Str. 59 einen Halt ein.



Am Denkmal der Opfer des Faschismus wurde unter anderem an das Schicksal der Wehrmachstdeserteure erinnert. Im März oder April 1945 in Biesenthal erkundigten sich drei junge Wehrmachtssoldaten nach dem Weg Richtung Lobetal. Später fand man sie in einer Scheune am der Kirschallee erhangen, was als Strafe für Desertion gedeutet wurde.
Am Denkmal der Opfer des Faschismus wurde unter anderem an das Schicksal der Wehrmachstdeserteure erinnert. Im März oder April 1945 in Biesenthal erkundigten sich drei junge Wehrmachtssoldaten nach dem Weg Richtung Lobetal. Später fand man sie in einer Scheune am der Kirschallee erhangen, was als Strafe für Desertion gedeutet wurde.


An der Stele für den niederländischen Diplomaten Adrianus Millenaar, der in der Neuen Mühle wohnte und vielen Zwangsarbeiter*innen und KZ-Gefangenen half, wurde eine Grusswort seiner Tochter Adriana H. Millenaar Brown verlesen:

Liebe Biesenthaler Radfahrer*innen!
Es macht mir grosse Freude Euch zu begrüssen an diesem so bedeutungsvollen 8. Maitag 2021. Vor allem bin ich froh und sehr geehrt, dass Ihr an der Stele für meinen Vater: Adrianus Millenaar, halt macht und an ihn erinnert, der in den vierziger Jahren so viel wie er nur konnte den holländischen Zwangsarbeitern half. Diese Zwangsarbeiter und auch die Gefangenen, die im KZ Sachsenhausen sich nach Freiheit sehnten, hat mein Vater jahrelang versucht irgendwie zu befreien, jedenfalls dies zu unterstützen.
Gerne wuerde ich mit Euch fahren, so wie ich das damals in 1942, ’43 oder ’44 versuchte als 4- oder 5- oder 6-Jährige und ich auf ein erwachsenes, riesiges Fahrrad stieg, und immer weiter trampelte bis ich in den Stacheldraht fuhr und dann wie verrückt vor Schmerz schrie. Eine grosse Narbe habe ich noch immer am linken Arm.
Jetzt begrüsse ich Euch und bin dankbar, dass Ihr Biesenthaler den Befreiungstag feiert und so die Zwangsarbeiter*innen aus Biesenthal und der Umgebung ehrt. Ich danke Euch und werde aus Amerika an Euch am 8. Mai denken.

Alles Gute und seid mit Frieden gesegnet.
Adriana H. Millenaar Brown




Im Haus in der Breiten Str. 59 betrieb das jüdische Ehepaar Borchert ein Milch- und Buttergeschäft und wohnte dort mit ihren 3 Söhnen. Bis 1936 konnten sie ihr Geschäft halten. Die ganze Familie wurde von der Gestapo verhaftet, ins KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet.


 
Die Stadtchronistin der Stadt Biesenthal Frau Poppe, die mit ihren Recherchen die Gedenktour erst möglich gemacht hat, legte an jeder Stele eine Blume nieder.




Die Stele mit einer Taube erinnert an das KZ-Aussenlager das sich zwischen Biesenthal und dem Hellsee befand.
Radeln für alle
Radeln für alle Wir rufen euch dazu auf, verrückt, aktiv und engagiert zu sein für eine tolle Initiative und euren eigenen Körper!
Macht mit bei unserer Spendenaktion für Barnim für alle und umradelt die Landesgrenze von Barnim!

WANN?
In dem Zeitraum vom 17.Mai - 13.Juni dürft ihr euch einen oder mehrere Tage selbst aussuchen.

WIE?
Mit dem Fahrrad, dem Einrad, dem Lastenrad, dem Tandem oder Ähnlichem.

WAS?
Für einen guten Zweck in kleinen Teams die Barnimer Landesgrenze umfahren.

MIT WEM?
Mit einer oder zwei Personen aus eurem näheren Umfeld (Corona-konform).

WO?
Einmal um Barnim rum: circa 200km (am Stück oder in Etappen) durch Wälder und Biohöfe.

WOZU?
Um Spenden für Barnim für alle zu sammeln (Empfehlung: 20€ Startgebühr pro Person)

Bei Interesse an Isabelle Krause und Juliette Ferrère schreiben.

Spendenkonto:
Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
Sparkasse Barnim
8. Mai 1945 - Gedenken in Biesenthal
8. Mai 1945 - Gedenken in Biesenthal Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Das war das Ende des deutschen Faschismus und des Vernichtungskrieges dem 70 Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Auch Biesenthal war in dieser Zeit ein Ort des Grauens. Jüd*innen wurden entrechtet, enteignet und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Menschen aus ganz Europa wurden in Biesenthal interniert um hier Zwangsarbeit zu verrichten und es gab ein Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Wir wollen uns an diese Geschichte erinnern und den Opfern gedenken. Wir besuchen mit einer Fahrradtour die Gedenkstelen ("Weg der Würde", https://zukunft-durch-erinnerung.de/) die uns an Orte der Zwangsarbeit und des Konzentrationslagers erinnern. An den Stelen und auch am Denkmal für die Opfer des Faschismus und am Haus einer jüdischen Familie die nach Auschwitz deportiert wurde, wollen wir stoppen um Blumen abzulegen und mit kurzen Redebeiträgen auf die Geschichte dieser Orte eingehen.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg

Beginn: 15 Uhr am Bahnhof Biesenthal, Dauer der Tour ca. 3 Stunden

Laut Brandenburger Corona-Verordnung dürfen nur stationäre Kundgebungen stattfinden. Auf diesen achten wir darauf, dass wir die Corona-Schutzmassnahmen einhalten, also den Mindestabstand von 1,5 m einhalten und alle Teilnehmer*innen Masken tragen. Auf dem Weg zwischen den Kundgebungsorten dürfen wir nicht als großer Pulk fahren sondern in Kleingruppen.
Bericht von 'Barnim für alle' über die Demonstration am 13.04.21
Bericht von 'Barnim für alle' über die Demonstration am 13.04.21 If you are in crisis or suicide is a difficult topic for you right now, please take care of yourself if you want to read this text right now. Anonymous counselling at:
https://www.berliner-krisendienst.de/en oder https://www.berliner-notruf.de

Wenn du in einer Krise bist oder Suizid gerade für dich ein schwieriges Thema ist, bitte achte auf dich, ob du diesen Text gerade lesen möchtest. Anonyme Beratung unter: https://www.berliner-krisendienst.de oder https://www.berliner-notruf.de



Am 13. April 2021 demonstrierten ca. 150 Bürger*innen gemeinsam mit Geflüchteten des Landkreises Barnim vor der Ausländerbehörde in Eberswalde gegen das, was sie als rassistisches System bezeichnen.
Anlass für die Demo war der Suizid von Salah Tayar am 11. März. Durch den gezielten Druck und die systematischen Übergriffe der Ausländerbehörde haben Geflüchtete oft keine Lebensperspektive, wie z.B. Arbeit oder Aufenthaltserlaubnis, und oft über Jahre. Einige der Redner*innen bezeichneten die Situation als hoffnungslos, während andere betonten, dass ihr Leben auf der Kippe steht.
Selbstmord ist eine der vielen Folgen des Lebens unter dem ständigen Druck der Behörden, Alkoholismus und Drogenkonsum eine andere. Noch schlimmer ist die Situation für die Kinder der Geflüchteten. Sie fragen sich, wann das alles ein Ende haben wird.
Eine der Aussagen, die heraus stach, war: "Wir sind geflohen, um sicher zu leben, aber nur, um hierher zu kommen und unser Leben zu verlieren" Ein*e andere*r kritisierte die Praxis der 'Duldung' und bezeichnete sie als Todesurteil für ein ohnehin schon schlechtes Leben. Mit einer Duldung kann man nicht arbeiten, lernen, eine Wohnung finden oder ein menschenwürdiges Leben weiterführen.
Die Barnimer Ausländerbehörde muss die Geflüchteten ohne Stress leben lassen und ein gutes Zusammenleben ermöglichen!

 

Medienberichte:
RBB-Fernsehen (ab 3:24 min)
TAZ-Artikel
MOZ-Artikel

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report from 'Barnim für alle' about demonstration on 13th of April 21

On the 13th of April 2021 approximately 150 citizens together with refugees of Landkreis Barnim demonstrated against what they call a racist system in front of the Ausländerbehörde in Eberswalde.
The reason for the demonstration was the suicide of Salah Tayar on 11 March. Due to deliberate pressure and systemic violation by the Ausländerbehörde, refugees often have no life prospects for example employment or residence permits, often for years. Some of the refugees called it a hopeless situation while others boldly stated that their lives were on the line.
Suicide is one of the many outcomes of living under the constant pressure from the authorities, alcoholism and drug use another. The situation is even worse for the children of refugees. They questioned when will all this end.
One of the message that stood out is "We ran away for safety but only to come here and lose our lives" Another criticised the practice of 'Duldung' terming it as a death sentence for an already bad life. With a Duldung, one cannot work, learn, find housing or continue living a decent life. The Barnim Ausländerbehörde has to let the refugees live free from stress and facilitate a good living together.



500 Menschen protestierten am Flughafen Schönefeld gegen Abschiebung nach Afghanistan
Unter der Federführung des brandenburger Innenministeriums wurden am 7. April 20 Menschen ins Bürgerkriegsland Afghanistan abgeschoben. Dagegen protestierten etwa 500 Menschen direkt am Flughafen Schönefeld. Dabei versuchten einige mit Blockaden die Abschiebungen zu verhindern.

Berichte dazu in der Märkischen Oderzeitung, in der TAZ , beim RBB und im Tagesspiegel
13.04. Kundgebung vor der Ausländerbehörde in Eberswalde
13.04. Kundgebung vor der Ausländerbehörde in Eberswalde Am 13. April 2021 ruft die Initiative „Barnim für alle“ zu eine Kundgebung vor der Ausländerbehörde in Eberswalde auf. Die Kundgebung findet von 12:00 – 17:00 Uhr an der Ecke Pfeilstraße/Schicklerstraße statt.

Aufruf von der Gruppe ‚Barnim für Alle‘

Wir in der Gruppe „Barnim für alle“ laden ein, am Dienstag, den 13. April ab 12:00 mit uns vor der Ausländerbehörde in Eberswalde zu Demonstrieren. Wir kritisieren die Verstöße und die Ungerechtigkeiten, denen Asylsuchende im Landkreis Barnim und in ganz Brandenburg systematisch ausgesetzt sind.

Aufgrund des bewussten Drucks von Ausländerbehörden gab es in letzter Zeit mehrere Selbstmorde. Dieser Druck äußert sich unter anderem darin, dass Geflüchtete, teilweise Jahre lang, keine Lebensperspektiven, keine Beschäftigungsmöglichkeiten und keine Aufenthaltsberechtigung bekommen.

Salah war ein Geflüchteter aus dem Tschad, der vor fast acht Jahren nach Deutschland kam. Er floh vor Folter und vor der Unterdrückung und Politik der tschadischen Regierung unter der Führung von Diktator Idriss Deby. Er kam nach Deutschland, um Sicherheit und Schutz vor Verfolgung zu suchen aber sein Asylantrag wurde abgelehnt. Als er Berufung einlegte, wurde diese vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt. Salah lebte unter uns als ruhiger und guter Mensch. Er entschied sich auf Grund seiner aussichtslosen Lage durch Selbstmord sein leben zu beenden.

Es gibt eine Gruppe von Geflüchteten, die noch leben, aber unter den gleichen Bedingungen wie Salah leiden. Diese Menschen haben wenig Hoffnung auf Perspektiven und sie erleben alltägliche Ungerechtigkeit durch rassistischen und systematischen Druck der Behörden. Es gibt viele junge geflüchtete Menschen, die anstatt ausgebildet zu werden oder zu arbeiten, alkohol- und drogenabhängig geworden sind. Diese Politik, die sich in dieser Härte besonders in Deutschland und im Barnim zeigt, ist das Ergebnis der Asylpolitik der Europäischen Union.

Wir als Gruppe ‚Barnim für Alle‘ und als in der Region lebende Geflüchtete erklären unsere völlige Ablehnung dieser Politik und wollen dafür kämpfen, dass sich die Gesetze verändern. Wir fordern das Recht auf Aufenthalt und Bewegung für jeden Menschen. Deshalb demonstrieren wir vor der Ausländerbehörde. Alle sind eingeladen, daran teilzunehmen!

Wir sind alle Salah!

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400 Menschen gegen Rassismus in Eberswalde – „Wir sind alle Salah!“
400 Menschen gegen Rassismus in Eberswalde – „Wir sind alle Salah!“


400 Menschen haben heute in Eberswalde gegen das ungerechte Asylsystem und den strukturellen Rassismus in Deutschland demonstriert. Der 21.03. ist der internationale Tag gegen Rassismus – trauriger Anlass an diesem Tag war der Tod von Salah Tayyar aus dem Tschad. Nach acht Jahren in Deutschland war er ohne sichere Aufenthaltsperspektive und hat keinen anderen Ausweg mehr gesehen und sich am 11.03. das Leben genommen.
Angehörige und Freund*innen, Aktivist*innen der Gruppe „Barnim für alle“ und anderer Geflüchteten-Gruppen aus Brandenburg und Berlin hielten teils kämpferische, teils nachdenkliche Reden auf dem Bahnhofsvorplatz. Im Anschluss kamen 200 Menschen vor das Haus im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde, in dem Salah gewohnt hatten, um an ihn zu erinnern.


Yahia Mohammed, ein Cousin des Verstorbenen, lebt in Berlin und will die Kundgebung am Bahnhof eröffnen. Aber die Gefühle lassen das nicht zu. Nach wenigen Worten versagt ihm die Stimme – angesichts des Todes von Salah, und der anteilnehmenden Menge fehlen ihm die Worte, er gibt an den nächsten Redner weiter.


Mustafa Hussein ist nicht nur traurig, sondern auch richtig wütend. „Wir erleben hier in Eberswalde soviel Rassismus: in der Ausländerbehörde, beim Sozialamt, bei den Ämtern und auf der Straße – jeden Tag!“. Er ist politischer Aktivist aus dem Sudan und selbst wie Salah und viele andere Anwesende im Klageverfahren gegen die Ablehnung seines Asylantrags. Wie so viele andere kennt er nur zu gut den Druck, die Ungewissheit und die tägliche Angst wegen der unklaren Perspektive. Für ihn und die anderen geflüchteten Aktivist*innen ist klar, dass dieser Druck, diese Angst Salah in den Suizid getrieben haben. „Wir sind alle Salah!“ ist deshalb das Motto der Kampagne. Auf einem Plakat zerstört eine Faust eine sogenannte „Duldung“ – die Art von Ausweis, den viele Geflüchtete bekommen und mit dem sie kaum Rechte haben. „Stop Duldung! Stop making fear!“ steht darauf.

Noch wütender und enttäuschter ist Ahmed Rahama, ebenfalls aus dem Sudan. Er sagt in seiner Rede:„Fuck Asylsystem! Die Lage ist für mich einfach eskaliert. Ich habe keine Hoffnung mehr in Deutschland zu leben. Fuck Ausländerbehörde! Fuck struktureller Rassismus in Deutschland!“.
Fiona Kisoso aus Kenia beginnt ihre Rede mit ruhigen Worten: „Normalerweise habe ich viel Power, wenn ich eine Rede halte. Diesmal fehlt mir die Energie, es hat mich zu traurig gemacht. Ich brauche die Energie von euch!“ Sie animiert die Menge zu Sprechchören und plötzlich scheint doch sehr viel Energie von ihr selbst zu kommen. Sie sagt: „Wir wollen nur Chancengleichheit. Wir wollen eine Chance, uns zu integrieren, zu arbeiten, zur Schule zu gehen, ohne von den Behörden schikaniert und gestresst zu werden.“
Aziza Al Sharwi fragt: „Wieviele Salahs brauchen wir, um die ungerechten Gesetze zu ändern?“


Viele Schwarze Aktivist*innen haben etwas zu sagen, der Tod von Salah berührt viele, einige sind aus Potsdam, Berlin oder Brandenburg/Havel angereist. Danach begeben sich immer noch gut 200 Menschen zum Haus des Verstorbenen in einem sechstöckigen Plattenbau im Brandenburgischen Viertel, am Stadtrand von Eberswalde. Aufgrund der Corona-Beschränkungen hatte die Polizei keine Demonstration erlaubt, nur „ortsfeste“ Kundgebungen.


Vor dem Haus in der Senftenberger Str. 4 bittet der Cousin des Toten zunächst die anwesenden muslimischen Gläubigen nach vorn zum Gebet. Nach einem darauf folgenden Moment der Stille geht Salah Bechir, ein Freund von Salah Tayyar, ans Mikrofon, um aus dessen Leben zu erzählen. „Salah hatte einen Traum, mit dem er nach Deutschland kam. Sein Traum war es für seine Familie sorgen zu können. Er hatte zwei Kinder und eine Frau im Tschad, die er seit vielen Jahren nicht sehen konnte. Er floh vor dem Militärgefängnis aus dem Tschad nach Libyen. Libyen musste er wegen des Krieges verlassen.“ Er beschreibt ihn: „Salah war ein stiller, bescheidener Mensch. Dabei war er freundlich und immer sehr hilfsbereit.“


Eric von Welcome United, der aus Brandenburg/ Havel angereist ist, erklärt: „Wir alle kommen mit Träumen hierher. Unser Traum ist es, ein normales Leben in diesem Land zu führen. Unser Traum ist in Freiheit zu leben.“


Die Gruppe „Barnim für alle“ kündigte zum Abschluss eine weitere Kundgebung an einem Dienstag in den nächsten Wochen vor der Barnimer Ausländerbehörde an.


Pressespiegel:


Fotos beim Umbruch-Bildarchiv


Online-Artikel bei bernau-live.de mit vielen Fotos


Artikel im Neuen Deutschland


Artikel im Neuen Deutschland über einem anderen Selbstmord mit Erwähnung von Salah


Artikel in der Märkischen Oderzeitung

Wukania - passt nicht in eine Schachtel.

Ideen von Stadt- und Land­projekten sind grundsätzlich keine neue Sache. Vor einigen Jahren fanden sich im Umkreis von Bernau Menschen zusammen, die so etwas wirklich machen wollten. Durch Freundschaften, Beziehungen und gemeinsames politisches Engagement motiviert, wurde vier lange Jahre intensiv nach einem Platz und nach Unterstützern gesucht. Nicht alle blieben über diese Zeit am Ball, doch kurz bevor die Luft raus war, fügte sich alles zusammen. Eine Handvoll Menschen gründete gemeinsam mit dem Netzwerk Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit den Projektehof Wukania.

Wie hat Wukania sich entwickelt?

Als erstes Projekt etablierte sich in Wukania ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. Doch der Hof war viel zu groß für ein Wohnprojekt, deshalb wurde bald offensiv um weitere Projekte geworben. Wukania wurde langsam ein Begriff. Weitere Menschen kamen, mit Umsetzungskraft und guten Ideen. Ein Großteil der verlassenen Gebäude wurde dank vieler helfender Hände zu Wohnhäusern, Arbeits- und Freizeitobjekten umgebaut und genutzt. Seit dem ersten Handschlag erfahren Menschen in Wukania ein intensives Zusammenleben. Mit einer Naturkita, einem Sportverein, einem Filmschnittplatz, diversen Workshops und politischen Seminaren, Verschenkemärkten, Kinderfreizeiten, der Wohnung für geflüchtete Menschen, kleinen Gärten und etwa 10 Hühnern konnten bisher ganz unterschiedliche Projekte auf dem Hof und in der Umgebung auf die Beine gestellt werden. Dabei gibt es oft auch gemeinsame Aktionen mit anderen lokalen Initiativen in Biesenthal, etwa gegen Fremdenhass oder für eine umweltgerechte Verkehrsanbindung.

Wohin gehört Wukania?

Der Wukania Projektehof gehört mit seinen Projekten der Projektewerkstatt auf Gegenseitigkeit (PaG) an. Die Projektewerkstatt auf Gegenseitigkeit ist ein Zusammenschluss von Menschen, die mithilfe der Stiftung für dissidente Subsistenz (SdS) kollektive, solidarische und antikapitalistische Wohn- und Lebensverhältnisse ermöglichen bzw. verwirklichen wollen.

Die SdS ist Eigentümerin von Immobilien, in denen selbstorganisierte Wohn-, Lebens- und Arbeitsprojekte erprobt und gelebt werden. Den Gruppen wird die Immobilie zur Nutzung ausgeliehen und so die Trennung von Eigentum und Nutzung festgeschrieben.

Für den Ausbau und den Unterhalt der Gebäude sind die Gruppen selbst verantwortlich. Dabei ist ein Ziel, bei der Projektentwicklung unabhängig von Bankkrediten zu sein.

Die PaG wird von ihren Beteiligten selbst größtenteils unentgeltlich organisiert und lebt vom gegenseitigen Austausch und der Unterstützung der Beteiligten untereinander. Die Nutzer*innengruppen arbeiten gleichberechtigt an den Aktivitäten der Projektewerkstatt mit und beteiligen sich an Kennenlernprozessen für die Förderung weiterer Projekte. Somit übernehmen sie Verantwortung für das Eigentum der Stiftung, ohne selbst Eigentümer*innen zu werden.

Wie lebt es sich in Wukania?

Es sind nicht zuletzt die alltäglichen Begebenheiten, die den Projektehof so lebendig machen - und manchmal auch total anstrengend sein können: abends ohne große Verabredung gemeinsam essen, zusammen eine Hausparty oder einen Ausflug planen, ein Stunde lang den Akkuschrauber suchen oder die surrende Traube Kinder, die von Nest zu Nest fliegt. Jede*r hier weiß es zu schätzen, sich bei Bedarf in die eigenen vier Wände oder in die duftenden Wiesen und Wälder rings um Biesenthal zurückziehen zu können. Im Sommer lockt gleich hinterm Haus der Wukensee zum Baden, im Winter gibt‘s stattdessen Eishockey und Frostbeulen.

Warum nun Wukania?

Eines liegt uns in Wukania allerdings besonders am Herzen: Die Verantwortung wird von allen geteilt. Das bedeutet, alle haben was zu sagen und alle fassen mit an - ganz ohne Boss. Um dabei nicht im Entscheidungschaos zu versinken, gibt es regelmäßige Treffen auf dem Hof und im Rahmen der Projektwerkstatt. Dort wird diskutiert, es werden Vereinbarungen getroffen, Entscheidungen gefällt und nach Bedarf Arbeitsgruppen gebildet. Das dauert zwar oft etwas länger, aber so bekommt jede*r eine Chance, sich einzubringen.

     

Wukania kennenlernen.

Für Gäste und Interessierte gibt es verschiedene Möglichkeiten Wukania kennenzulernen und Projekte in Wukania zu unterstützen.

Covid
Zur Zeit müssen wir unsere Kontaktmöglichkeiten aufgrund von Corona leider einschränken. Wir bitten Euch darum, einen Besuch zum Kennenlernen ins nächste Jahr zu verschieben. Tragt Euch am besten in unseren Verteiler ein, dann informieren wir Euch, wann es wieder passt.
19.3. Klimastreik in Bernau
19.3. Klimastreik in Bernau

Auf den Straßen von Bernau

Menschenkette mit Abstand und Anstand
fünf vor zwölf
zwischen Rathaus und Bahnhof Bernau

Bringt ein kreatives Demoschild mit Eurer Klimabotschaft mit zum Thema

#nomoreemptypromises
#keineleerenversprechungenmehr
#allefür1komma5
#agrarwende
#energiewende
#verkehrswende
#leavenoonebehind
#wirhabenplatz
#fighteverycrises

Klima schützen bedeutet Lebensgrundlagen retten. Schütze was Du liebst. Für die Zukunft unserer Kinder.

Parents for Future Barnim

19.3. Klimastreik in Eberswalde
19.3. Klimastreik in Eberswalde Am 19.03. ist Globaler Klimastreik!
Auch in Eberswalde werden wir streiken.

Wann? 13.32 Uhr

Wo? Friedrich-Ebert-Wiese Eberswalde

Wie? Es wird eine Anfangskundgebung mit interessanten Reden und cooler Musik geben. Danach findet eine Fahrraddemo statt, die wieder auf der Wiese endet. Während der gesamten Zeit herrscht Maskenpflicht und Abstand 1,5m! An diesem Plan könnte es aufgrund der Coronapandemie noch kurzfristige Veränderungen geben.

Warum? Seit mehr als zwei Jahren sind auf der ganzen Welt Millionen junge Menschen für #fridaysforfuture auf die Straßen gegangen, um für Klimagerechtigkeit zu kämpfen. Was politisch darauf gefolgt ist, waren leere Worte und Maßnahmen, die bestenfalls nicht ausreichend waren.
So sehr man die Coronakrise ernst nehmen muss: die Klimakrise geht weiter, sie wird immer schlimmer, kommt dem Point Of No Return immer näher und ihre Folgen sind verheerend. Die „Normalität“ zu der es zurückgehen soll, ist ein Status quo, der die Erde und Menschen ausbeutet, in dem der Globale Norden auf Kosten des Globalen Südens lebt.

Deshalb fordern wir konsequente und ehrliche Politik für Klimagerechtigkeit im Einklang mit der Wissenschaft!

Wir müssen Krisen zusammendenken, gemeinsame Visionen für eine klimagerechte Welt entwickeln und unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Dafür brauchen wir jede*n einzelne*n von euch!
We are unstoppable, another world is possible!
#AlleFür1Komma5 #NoMoreEmptyPromises
Salah Tayyar ist tot – Wir sind alle Salah!
Salah Tayyar ist tot – Wir sind alle Salah! Demonstration Sonntag, 21.3.21, 13 Uhr, Eberswalde Hbf

A statement and an appeal of the group ‚Barnim für Alle‘
Salah Tayyar dead!!!!!
We are all Salah!

Demonstration Sunday, 21.3.21, 13 o‘clock, Eberswalde main station

‫للجميع‬ ‫بارنيم‬ ‫مجموعة‬ ‫من‬ ‫ونداء‬
‫طاهر‬ ‫صالح‬ ‫‪.‬وفاة‬


اعلامیه و فراخوانی از گروه بارنیم برای همه
صلاح تیار درگذشت…
همه ما صلاح هستیم!

تظاهرات یکشنبه،21 مارس ، 1 بعد از ظهر

Salah Tayyar, ein Geflüchteter aus dem Tschad, nahm sich am Donnerstag, den 11.03.2021, in seinem Wohnhaus in der Stadt Eberswalde im Landkreis Barnim das Leben. Grund dafür ist der psychologische Druck, dem er lange Zeit vom deutschen Asylsystem ausgesetzt war. Er hat Verwandte und Freunde in Deutschland, wir stehen mit ihnen in Kontakt.
Die Verwandten und Freunde brauchen unsere Solidarität. Wir wollen auch finanziell solidarisch sein. Freunde und Familienmitglieder brauchen Geld für die anfallenden Kosten für eine Beerdigung oder für die Überführung des Körpers (das ist noch nicht klar).
Salah litt unter dem starken Druck der üblichen Asylverfahren. Er wusste, dass er im April zum Gericht musste, weil er gegen die Ablehnung des Asylantrages durch das BAMF geklagt hatte. Er wusste, dass Menschen aus dem Tschad kaum Chancen auf Anerkennung haben.
Als Geflüchtete haben wir eine klare Meinung über den Selbstmord dieses jungen Mannes, der während seines Aufenthalts in Deutschland fast 8 Jahre lang ohnesicheren Aufenthaltstitel an der Ungewissheit gelitten hat. Dieser Druck führte zu seinem Selbstmord. Diesem Druck ist eine große Gruppe von Geflüchteten im Barnim und ganz Deutschland ausgesetzt.
In Brandenburg lebende Geflüchtete sind an allen öffentlichen Orten täglichem Rassismus ausgesetzt, zusätzlich zu dem Rassismus, der im gesamten Land jeden Tag eskaliert. Anzeigen von rassistischen Vorfälle haben in letzter Zeit zugenommen.
Die Verantwortung für Salahs Selbstmord tragen die deutsche Regierung, das Land Brandenburg und die lokale Verwaltung im Landkreis Barnim. Wir erklären unsere volle Solidarität mit seiner Familie und seinen Freunden.
Salahs Fall ist der eines Opfers des Asylsystems, eines rassistischen Regimes, das Geflüchtete so lange verfolgt und unter Druck setzt, bis sie den Selbstmord als letzten Ausweg sehen.
Was kommt als nächstes?
Deshalb erklären wir als „Barnim für alle“-Gruppe unseren Widerstand gegen dieses tödliche und zerstörerische System, das Menschen auf dem Gewissen hat.
Wir lassen das nicht stehen – wir vergeben nicht, wir vergessen nicht.
Deshalb werden wir am Sonntag, den 21.03.2021, am internationalen Tag gegen Rassismus, in der Stadt Eberswalde eine Demonstration abhalten, die vom Hauptbahnhof bis zu seinem Todesort im Brandenburgischen Viertel führt. Die Versammlung wird um 13.00 Uhr am Hauptbahnhof in Eberswalde beginnen. (Wir überlegen auch eine weitere Demonstration am Dienstag, 23.3. in der Innenstadt zu machen.)
Um dies zu erreichen, benötigen wir Eure finanzielle Unterstützung durch eine Spende, und wir benötigen Eure Teilnahme an den von uns geplanten Demonstrationen.
Zeigt Eure Solidarität!

Denkst du auch manchmal an Suizid? Bitte sprich mit Freund*innen oder kontaktiere die anonymen Hotlines:
https://www.berliner-krisendienst.de/
https://www.berliner-notruf.de/
Tel. 0800-111 0 222

Spendenkonto:
Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
Sparkasse Barnim
Verwendungszweck: Wir sind alle Salah!

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English

A statement and an appeal of the group ‚Barnim für Alle‘

Salah Tayyar dead!!!!!
We are all Salah!

Demonstration Sunday, 21.3.21, 13 o‘clock, Eberswalde main station

15.03.2021
Salah Tayyar, a refugee from Chad, committed suicide on Thursday, 11.03.2021, at his apartment building in the city of Eberswalde in the district of Barnim. The reason is the psychological pressure he was exposed to for a long time by the German asylum system.
He has relatives and friends in Germany, we are in contact with them. The relatives and friends need our solidarity. We also want to be in solidarity financially. Friends and family members need money for the costs incurred for a funeral or for the transfer of the body (this is not yet clear).
Salah suffered from the intense pressure of the usual asylum procedures. He knew that he had to go to court in April because he had filed a complaint against the rejection of his asylum application by the BAMF. He knew that people from Chad have little chance of being recognized. As refugees, we have a clear opinion about the suicide of this young man who suffered from uncertainty for almost 8 years during his stay in Germany without a secure residence title. This pressure led to his suicide. A large group of refugees in Barnim and all over Germany are exposed to this pressure. Refugees living inBrandenburg face daily racism in all public places, in addition to the racism that escalates across the country every day. Reports of racist incidents have increased recently. The responsibility for Salah’s suicide lies with the German government, the state of Brandenburg, and the local administration in the Barnim district. We declare our full solidarity with his family and friends.
Salah’s case is that of a victim of the asylum system, a racist regime that persecutes and pressures refugees until they see suicide as a last resort. What comes next ? Therefore, as a „Barnim für Alle“ group, we declare our opposition to this deadly and destructive system that has people on its conscience. We will not let his stand – we do not forgive, we do not forget. Therefore, on Sunday, March 21, 2021, on the international day against racism, we will hold a demonstration in the city of Eberswalde, leading from the main train station to the place of his death in the Brandenburg Viertel. The gathering will begin at 13:00 at the main train station in Eberswalde. (We are also considering doing another demonstration on Tuesday, 3/23 in the city center). In order to achieve this, we need your financial support through a donation, and we need your participation in the demonstrations we are planning. Show your solidarity!

Are you having suicidal thoughts? Please contact friends or Anonymous hotline:
https://www.berliner-krisendienst.de/en/
https://www.berliner-notruf.de/
Tel. 0800-111 0 222

Spendenkonto:
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Verwendungszweck: Wir sind alle Salah!

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Arabisch:

‫للجميع‬ ‫بارنيم‬ ‫مجموعة‬ ‫من‬ ‫ونداء‬
‫طاهر‬ ‫صالح‬ ‫‪.‬وفاة‬

‫‪15.03.2021‬‬

‫اقامته‬ ‫مكان‬ ‫في‬ ‫السادس‬ ‫الطابق‬ ‫من‬ ‫قفز‬ ‫بانه‬ ‫وذلك‬ ‫‪11.03.2021‬‬ ‫الموافق‬ ‫الخميس‬ ‫يوم‬ ‫في‬ ‫طاهر‬ ‫صالح‬ ‫الالجئ‬ ‫توفي‬
‫نظام‬ ‫قبل‬ ‫من‬ ‫في‬ ‫لها‬ ‫تعرض‬ ‫التي‬ ‫النفسية‬ ‫الضغوط‬ ‫هو‬ ‫ذلك‬ ‫في‬ ‫والسبب‬ ‫‪،‬‬ ‫‪.‬‬ ‫بارنيم‬ ‫مقاطعة‬ ‫في‬ ‫ايبرسفالد‬ ‫مدينة‬ ‫في‬
‫معهم‬ ‫تواصل‬ ‫على‬ ‫ونحن‬ ‫المانيا‬ ‫في‬ ‫متعددين‬ ‫واصدقاء‬ ‫اقارب‬ ‫له‬ ‫الضحية‬ ‫‪،‬‬ ‫طويلة‬ ‫لفترة‬ ‫االلماني‬ ‫اللجوء‬ ‫‪.‬‬
‫كل‬ ‫الى‬ ‫بحوجة‬ ‫هم‬ ‫اللذين‬ ‫واالسرة‬ ‫االصدقاء‬ ‫بتمويل‬ ‫يكون‬ ‫الحالي‬ ‫وتضامننا‬ ‫‪،‬‬ ‫تضامننا‬ ‫الى‬ ‫بحاجة‬ ‫واالصدقاء‬ ‫االقارب‬
‫ادنا‬ ‫البيان‬ ‫في‬ ‫البنكي‬ ‫حسابنا‬ ‫تجدون‬ ‫عليه‬ ‫بالعزاء‬ ‫القيام‬ ‫تكاليف‬ ‫‪.‬‬
‫في‬ ‫مقبال‬ ‫كان‬ ‫بانه‬ ‫علما‬ ‫الضغظ‬ ‫من‬ ‫طويلة‬ ‫فترات‬ ‫تاخذ‬ ‫ما‬ ‫دائما‬ ‫والتي‬ ‫المعتادة‬ ‫اللجوء‬ ‫اجراءات‬ ‫تحت‬ ‫مقيم‬ ‫صالح‬ ‫كان‬
‫واللالجئيين‬ ‫الهجرة‬ ‫دائرة‬ ‫قبل‬ ‫من‬ ‫الطلب‬ ‫رفض‬ ‫قرار‬ ‫في‬ ‫طعنا‬ ‫قدم‬ ‫النه‬ ‫االستئناف‬ ‫محكمة‬ ‫على‬ ‫المقبلة‬ ‫‪.‬الفترة‬
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‫اظهروا‬
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‫‪Spendenkonto:‬‬
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‫‪Sparkasse‬‬ ‫‪Barnim‬‬
‫‪Verwendungszweck:‬‬ ‫‪Wir‬‬ ‫‪sind‬‬ ‫‪alle‬‬ ‫!‪Salah‬‬

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FARSI

اعلامیه و فراخوانی از گروه بارنیم برای همه
صلاح تیار درگذشت…
همه ما صلاح هستیم!

تظاهرات یکشنبه،21 مارس ، 1 بعد از ظهر

21.03.2021

صلاح تیار ، پناهنده ای از چاد ، پنجشنبه ، 11 مارس 2021 هنگامی که از طبقه ششم خانه خود در شهر ابرسوالده در منطقه بارنیم به پایین انداخت، درگذشت. دلیل این امر فشار روانی است که وی برای مدت طولانی از طریق سیستم پناهندگی آلمان در معرض آن بود. او در آلمان اقوام و دوستان خود را دارد ، ما با آنها در ارتباط هستیم.
اقوام و دوستان به همبستگی ما احتیاج دارند. ما همچنین می خواهیم از نظر مالی همبستگی نشان دهیم. دوستان و اعضای خانواده برای پرداخت هزینه مراسم تشییع جنازه یا تشییع جنازه به پول نیاز دارند (این هنوز مشخص نیست).
صلاح از فشار شدید مراحل معمول پناهندگی رنج می برد. او می دانست که باید در ماه آوریل به دادگاه برود زیرا از رد درخواست پناهندگی توسط BAMF شکایت کرده بود. او می دانست که مردم چاد شانس کمی برای قبولی کیس پناهندگی دارند.
ما به عنوان پناهنده ، نظر روشنی در مورد خودکشی این جوان داریم که تقریباً 8 سال بدون اجازه اقامت امن در آلمان از عدم اطمینان رنج برده است. این فشار منجر به خودکشی وی شد. گروه بزرگی از پناهندگان در بارنیم و کل آلمان در معرض این فشار قرار دارند.
پناهجویانی که در براندنبورگ زندگی می کنند ، علاوه بر نژادپرستی که هر روز در سراسر کشور افزایش می یابد ، در همه مکان های عمومی در معرض نژادپرستی هستند. اخیراً گزارشات مربوط به حوادث نژادپرستانه افزایش یافته است.
دولت آلمان ، ایالت براندنبورگ و دولت محلی در منطقه بارنیم مسئول خودکشی صلاح هستند. ما همبستگی کامل خود را با خانواده و دوستانش اعلام می داریم.
پرونده صلاح مربوط به قربانیان سیستم پناهندگی است ، رژیمی نژادپرست که پناهندگان را مورد آزار و اذیت و فشار قرار می دهد تا زمانی که آنها خودکشی را به عنوان آخرین چاره ببینند.
و دیگر هیچ…
به همین دلیل است که ما به عنوان گروه „بارنیم برای همه“ مقاومت خود را در برابر این سیستم کشنده و ویرانگر اعلام می کنیم که افرادی را که وجدان خودشان را دارند. ما اجازه نمی دهیم که بایستد – ما نمی نمیخوابیم و فراموش نمی کنیم.
به همین دلیل ما یکشنبه ، 21 مارس 2021 ، در روز جهانی مبارزه با نژادپرستی ، تظاهراتی در شهر ابرسوالده برگزار خواهیم کرد که از ایستگاه قطار اصلی به محل مرگ وی در محله براندنبورگ منتهی می شود. این جلسه در ساعت 13 در ایستگاه اصلی قطار در Eberswalde آغاز می شود. (همچنین در حال بررسی برگزاری تظاهرات دیگری در مرکز شهر در روز سه شنبه 23 مارس هستیم.)
برای دستیابی به این هدف ، ما به کمک مالی شما از طریق کمک مالی و مشارکت شما در تظاهراتی که برنامه ریزی کرده ایم نیاز داریم.
همبستگی خود را نشان دهید!
حساب کمک مالی:
بارنیم برای همه
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
اسپارکاسه بارنیم
هدف: همه ما صلاح هستیم!

Pressemitteilung: „Wir sind alle Salah!“
Pressemitteilung: „Wir sind alle Salah!“

Heute, am Dienstag 16.3.21, um 17 Uhr werden Angehörige und Freund*innen vor dem Haus Senftenberger Str. 4 in Eberswalde Kerzen anzünden. Mittrauernde sind willkommen.

Pressemitteilung 16.03.2021

Selbstmord in Eberswalde aus Angst vor Abschiebung

So, 21.3.21, 13 Uhr, Eberswalde Hbf / 15 Uhr Senftenberger Str. (Brandenburgisches Viertel)

Salah Tayyar, ein Geflüchteter aus dem Tschad, nahm sich am vergangenen Donnerstag das Leben in seinem Haus in der Senftenberger Str. 4 im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde. Er hatte im Tschad jahrelange Folter im Gefängnis erlebt, trotzdem bekam er in seinen 8 Jahren in Deutschland keine Aufenthaltsperspektive. Im April hätte er vor Gericht die letzte Chance gehabt, noch Asyl zu bekommen. Wie klein diese Chance für Menschen aus dem Tschad ist, wusste er sehr genau.

Die Gruppe „Barnim für alle!“ ruft unter dem Motto „Wir sind alle Salah!“ auf zu zwei Kundgebungen am Internationalen Tag gegen Rassismus, Sonntag, 21.3.21, um 13 Uhr Eberswalde Hbf und um 15 Uhr in der Senftenberger Str. im Brandenburgischen Viertel.

Salah Tayyar kam als junger Mann im Tschad wegen Ungehorsam in ein Militärgefängnis. In den zweieinhalb Jahren dort, so schilderte er es in seinem Asylverfahren, wurden er und andere Gefangene regelmäßig gefoltert. Nach jahrelanger Flucht durch Libyen und übers Mittelmeer erreichte er Deutschland. Da nach Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) der Tschad ein weitgehend sicheres Land ist, wurde sein Asylantrag abgelehnt. Acht Jahre lang kämpfte er mit Hilfe einer Anwältin um ein Recht zu bleiben. Im April hätte er einen letzten Termin vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder gehabt. „Salah Tayyar wusste sehr genau, dass er trotz seiner Geschichte fast keine Chance hatte, vom Gericht Asyl zuerkannt zu bekommen.“, erklärt Philipp Grunwald, der ihn im Rahmen der Asylverfahrensberatung kannte und den Gerichtstermin im April mit ihm vorbereitet hatte. Freunde und Angehörige bestätigen, dass die unklare Aufenthaltsperspektive das Problem war, das ihn in Depression stürzte und eine Behandlung seiner Traumatisierungen unmöglich machte.

„Als Geflüchtete haben wir eine klare Meinung über den Selbstmord dieses jungen Mannes, der (…) in Deutschland fast 8 Jahre lang (…) an der Ungewissheit gelitten hat.“, schreibt die Gruppe „Barnim für alle“, in der sich Geflüchtete gegen Rassismus organisieren, in einer Erklärung von Montag Abend. „Dieser Druck führte zu seinem Selbstmord. Diesem Druck ist eine große Gruppe von Geflüchteten im Barnim und ganz Deutschland ausgesetzt.“ Die Gruppe macht das deutsche Asylsystem und die Landes- und Landkreisbehörden direkt für den Tod des Mannes verantwortlich: Er sei „Opfer eines rassistischen Regimes, das Geflüchtete so lange verfolgt und unter Druck setzt, bis sie den Selbstmord als letzten Ausweg sehen.“ „Was kommt als nächstes?“, fragt der Aufruf, und kündigt an: „Wir lassen das nicht stehen – wir vergeben nicht, wir vergessen nicht.“ Weil viele Geflüchtete in derselben permanenten Unsicherheit über ihren Aufenthalt in Deutschland leben müssen, entstand das Motto: „Wir sind alle Salah!“

Am Internationalen Tag gegen Rassismus, Sonntag, 21.3.21, sollen deshalb zwei Kundgebungen stattfinden: 13 Uhr Eberswald Hbf., 15 Uhr Senftenberger Str. im Brandenburgischen Viertel, vor dem Haus, in dem Salah Tayyar wohnte. Außerdem ruft die Gruppe zu Spenden für die Familie des Mannes auf. Noch offen sei es, ob er in Deutschland beerdigt oder sein Leichnam in den Tschad überführt wird.

Heute, am Dienstag 16.3.21, um 17 Uhr werden Angehörige und Freund*innen vor dem Haus Senftenberger Str. 4 in Eberswalde Kerzen anzünden. Mittrauernde und Presse-Vertreter*innen sind willkommen.

Spendenkonto:

Barnim für alle
IBAN: DE 78 1705 2000 1110 0262 22
Sparkasse Barnim

Verwendungszweck: Wir sind alle Salah!